Seite druckenHintergrund der Glühbirnendiskussion ist die "Energiebetriebene - Produkte - Richtlinie" (auch Ökodesign-Richtlinie genannt). Auf ihrer Grundlage können für einzelne Produkte, wie zum Beispiel Waschmaschinen oder Lampen, Anforderungen gestellt werden. Die Regelung für Haushaltslampen wurde vom Regelungsausschuss, in dem alle Mitgliedsstaaten der EU vertreten sind, am 8.Dezember 2008 beschlossen. Der Beschluss legte fest, herkömmliche Glühlampen ab 2012 schrittweise aus dem Verkehr zu ziehen. Damit folgt die Kommission dem Beispiel anderer Staaten und Regionen, Stromkosten und Kohlendioxid-Ausstoß zu senken.
Zuvor fand im März 2008 eine öffentliche Konsultation statt, doch nun regt sich Widerstand gegen das Verbot. Viele Bürger möchten die freie Wahl zwischen herkömmlichen und energiesparenden Glühbirnen haben. Zwar gibt es auch im EP Widerstand gegen die Gesetzgebung, allerdings ist der federführende Umweltausschuss am 17.Februar 2009 einem Antrag gegen das Verbot mehrheitlich nicht gefolgt. Weil es sich um ein "Regelungsverfahren mit Kontrolle" handelt wird der Bericht nicht durch das Plenum des Parlamentes abgestimmt, sondern geht direkt an die Kommission zurück. Die Kommission wird jetzt die Richtlinie annehmen und im offiziellen Amtsblatt veröffentlichen.
Das bedeutet, dass die klassisch matte Glühbirne über 100 Watt ab September 2009 nicht mehr auf den Markt gebracht werden darf und die klare 60-Watt-Glühbirne ab September 2011 nicht mehr verkauft werden darf. So könnten bis zum Jahre 2020 fünf Milliarden Euro Stromkosten und 15 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
Der Initiativbericht
von Fiona Hall im Europäischen Parlament, "Aktionsplan für
Energieeffizienz: Das Potenzial ausschöpfen“, der am 31.Januar 2008 verabschiedet
wurde, unterstreicht noch mal die notwendige Verbesserung von Energieeffizienz
bei Glühlampen.
Eine Broschüre der EU-Kommission zu Hausbeleuchtung finden Sie unter "Infokit Hausbeleuchtung"
Pressemitteilung der Kommission
Pressemitteilung
des Bundesministeriums für Umwelt
Die Reaktion von Klimaschützern und Medizinern an dem Verbot wird in folgendem Artikel beschrieben: "Forscher warnen vor EU-Glühbirnenverbot", Mike Lingenfelser, 5.Januar.2009, DasErste.de