Breitband für alle!Noch immer haben nicht alle Menschen in Niedersachsen Zugang zu
schnellen Internetanschlüssen. Vor allem in ländlichen Gebieten gibt es
noch zahlreiche Versorgungslücken. Das EU-Konjunkturpaket unterstützt
nun mit 1 Milliarde Euro den Aufbau schneller Internetnetze in
Deutschland.
Die
niedersächsische SPD-Europaabgeordnete und Telekommunikationsexpertin
Erika Mann will, dass alle Bürgerinnen und Bürger einen
Breitbandanschluss bekommen können. Dabei verfolgt sie eine
mehrgleisige Strategie:
„Mit
Fördermitteln, Investitionsanreizen und Ausbauverpflichtungen werden
wir dafür sorgen, dass alle Menschen einen schnellen Internetzugang
erhalten.“
Erika Mann setzt sich seit Jahren dafür ein, die
Lücken auf Deutschlands Breitbandkarte zu schließen. Sie ist überzeugt,
dass nur eine mehrgleisige Strategie zum Erfolg führt: „Wir müssen
Geldmittel für den Aufbau bereitstellen, geeignete rechtliche Anreize
setzen und die Unternehmen zu einer Mindestversorgung verpflichten.“
Auf
Erika Manns Initiative hin haben das Europäische Parlament und der
Europäische Rat den Rechtsrahmen im Telekom-Paket so gestaltet, dass
sich Investitionen in neue, schnelle Internetnetze für die
Telekommunikationsunternehmen lohnen. Erika Mann erklärt: „Unternehmen
werden beim Netzausbau über kürzere Abschreibungszeiträume unterstützt.
Im Abschreibungszeitraum müssen sie aber ihre Wettbewerber entweder
beim Bau beteiligen oder ihnen über einen gewissen Preisaufschlag den
Zugang zu den Netzen gewähren. Dies steht unter der Kontrolle der
nationalen Regulierungsbehörden und erfolgt in Abstimmung mit den
Wettbewerbsregeln.“
Erika Mann setzt sich außerdem dafür ein,
dass die Telekommunikationsunternehmen die breitbandigen
Internetanschlüsse auch im ländlichen Raum zur Verfügung stellen.
Erika Mann: „Wie wir am zögerlichen Ausbau der Deutschen Telekom
derzeit sehen können, genügen Investitionsanreize allein nicht, um die
Versorgungslücken zu schließen. Für eine hohe Grundqualität ist es
notwendig, Breitband mit einer gewissen Geschwindigkeit zum Universaldienst zu machen. Deshalb muss rasch ein stimmiger
Regulierungsrahmen in der Universaldienstrichtlinie verankert werden.“
Der Universaldienst ist eine rechtliche Gewährleistung für einen
Basiszugang.
Für Erika Mann ist klar: „Was für den öffentlichen
Telefonanschluss schon lange gilt, muss auch für den schnellen
Internetzugang gelten: Breitband muss in der Europäischen Union zum
Universaldienst werden.“ Erika Mann hat sich bereits mehrfach an die
Europäische Kommission gewandt, damit diese die Betreiber in der bald
zu erwartenden Universaldienstrichtlinie dazu verpflichtet, allen
Bürgern einen Zugang zu Breitband zur Verfügung zu stellen. Die
entsprechende Mitteilung der Kommission zur geplanten Revision der
Universaldienstrichtlinie soll voraussichtlich erst nach den Wahlen zum
Europäischen Parlament im Herbst 2009 feststehen.
Hintergrund
Der Berliner Rechtsexperte Christian Kirchner kommt in einem Gutachten zu dem Schluss, dass das Wettbewerbsrecht und das Telekommunikationsgesetz geändert werden müsse, um die "weißen Flecken" auf dem Land schneller mit Breitbandanschlüssen zu versorgen, berichtete heise online.
Die EU-Kommission
hat einen Leitlinienentwurf für die Anwendung von Beihilferegelungen
für die staatliche Förderung von neuen schnellen Breitbandnetzwerken
veröffentlicht. Mitgliedstaaten und Interessenvertreter sind
aufgefordert, ihre Stellungnahmen zu dem vorgeschlagenen Text bis zum
22. Juni 2009 zu übermitteln. Noch in diesem Jahr will die Kommission
die endgültigen Breitbandleitlinien verabschieden. Die Kommission will
bis 2010 eine hundertprozentige
Internetabdeckung in der 27 Mitgliedsstaaten umfassenden Union
schaffen. Hierfür stehen 1 Milliarde Euro als Teil des
Konjunkturpaketes zur Verfügung.
Die Bundesnetzagentur hat "Eckpunkte über die
regulatorischen Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung
moderner Telekommunikationsnetze und die Schaffung einer
leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur" sowie "Hinweise zur
konsistenten Entgeltregulierung" zur Konsultation veröffentlicht.
Demnach will sie ihre Entscheidungen künftig an folgenden Kriterien
ausrichten: Reduzierung von Risiken,
Sicherung der Investitions- und Innovationskraft, Planungssicherheit
sowie Transparenz.
Weiterführende Links:
- Breitbandversorgung im ländlichen Raum, eine Übersicht auf dieser Website
- 6 Punkte für Breitband
- Breitband bald für alle per Gesetz, HNA online, 3. Juni 2009

