Wenig Angst vor Klimafolgen in Russland

Russland hat den drittgrößten CO2-Ausstoß nach China und den USA. Auch wenn Indien Russland nach Schätzungen von Experten bis 2030 in den Treibhausgasemissionen überholt – Russland wird zukünftige Erfolge oder Misserfolge im Kampf gegen den Klimawandel maßgeblich mitbestimmen.

Dies wird sich bereits bei den Verhandlungen zum Kyoto-Nachfolgeabkommen im Kopenhagen im Dezember 2009 zeigen, denn ohne die Zustimmung Russlands sind verbindliche Klimaziele eher unwahrscheinlich.

Russland hat aufgrund hoher Gas- und Ölvorkommen wenig Interesse an erneuerbaren Energien. Viele Russen sehen sogar im Klimawandel Vorteile: mehr schneefreies Land für Landwirtschaft, eisfreie Wasserwege, niedrigere Heizkosten.

Zahlen belegen zwar einen massiven Rückgang des CO2-Ausstoßes in Russland in den 90er Jahren (um 34 Prozent). Dieser beruht aber nicht auf Einsparmaßnahmen, sondern auf dem Zusammenbruch der energieintensiven Industrie in der postsowjetischen Zeit. Bis spätestens 2020 wird Russland den Treibhausgasausstoß von 1990 wieder erreicht haben, befürchten Experten.

Russland hat das Kyoto-Protokoll unterschrieben und ratifiziert. Für das Land haben die darin festgelegten Klimaziele keine ernsthafte Bedeutung, da diese sich auf den Vergleichswert von 1990 beziehen, als die maroden sowjetischen Industrieanlagen noch liefen. Klimaziele nach 2012 können die russische Wirtschaft dagegen belasten, weshalb abzuwarten bleibt, ob sich Russland weiter für verbindliche Klimaziele einsetzen wird.

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28. April 2009 14:54