Genveränderte Kartoffel "Amflora" vor FreigabeIm März 2005 hat BASF einen Antrag auf Genehmigung der gentechnisch optimierten Stärkekartoffel Amflora als Lebens- und Futtermittel bei den europäischen Behörden eingereicht. Amflora ist eine vom Chemiekonzern BASF entwickelte gentechnisch veränderte Stärke-Kartoffelsorte.
Die Mehrheit der EU-Minister hat sich am 18. Februar 2008 gegen die Zulassung der genveränderten Kartoffel Amflora ausgesprochen. Die EU-Kommission kann die Freigabe jedoch dennoch erteilen, da der Mininsterrat sich nicht in qualifizierter Mehrheit gegen die Zulassung ausgesprochen hat. Sollte es zur Zulassung der Kartoffel kommen, würde BASF jedoch nur die Erlaubnis erteilt, aus Abfällen der gentechnisch veränderten Kartoffel, die nach der Stärkegewinnung übrig bleiben, Tierfutter zu machen. Dies wird aber als kritisch angesehen, da die Kartoffel Antibiotika-Resistenzen enthalten kann. Deswegen hat unter anderem die Europäische Arzneimittelagentur EMEA von der Genehmigung abgeraten, da ein Transfer der Resistenzen zu anderen Organismen nicht auszuschließen sei.
Bis zum Sommer 2008 hat das Unternehmen die Zulassung nicht erhalten. Daher
hat BASF im Juli 2008 beschlossen, beim Europäischen Gerichtshof in erster
Instanz eine Untätigkeitsklage gegen die Europäische Kommission einzureichen.
Der Schaden durch die Verzögerung wird von BASF mit 20 bis 30 Millionen Euro
beziffert. Die Europäische Kommission ihrerseits wartet allerdings noch auf
grünes Licht für Amflora durch EFSA, die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit. Umweltverbände warnen davor, dass die Zulassung von
Amflora Tür und Tor für den Anbau gentechnisch veränderter Produkte in der
Europäischen Union öffnen würde, da dann die Amflora-Kartoffel die erste seit
1998 zugelassene „Gen-Pflanze“ wäre.
Weitere Informationen:
- Hinweise vom Erzeuger
- Stellungnahme von Greenpeace
- Artikel der Stuttgarter Zeitung zu dem Thema
- Artikel der "taz" zu dem Thema

